Kleines Cashmere-ABC

Kleines Cashmere-ABC

Warum gehört Kaschmir zu den besten Garnen?

Cashmere gehört zu den feinsten und edelsten Wollgarnen der Welt. Keine andere Naturfaser vereint in sich so einzigartige Trageeigenschaften wie Cashmere. Unvergleichlich weich und leicht, wärmt die kuschelige Faser im Winter und ist zugleich temperaturausgleichend und atmungsaktiv im Sommer. Saison für Saison schmiegen sich Cashmere-Produkte wohlig an den Körper. Wird das Material richtig gepflegt, bleibt Cashmere ein Leben lang erhalten.

 

Was ist Cashmere?

 

Gewonnen wird Cashmere aus dem Fell der Cashmere-Ziege, deren Heimat China, die Mongolei und der Himalaya sind. Das weiche Unterhaar (Duvet) schützt die Tiere vor dem harten Winter in den hohen Ebenen. Im Frühjahr, wenn es wärmer wird, beginnt der natürliche Fellwechsel der Ziegen. Diesen nutzen die Hirten zum Auskämmen der feinen Unterwolle, die zur Herstellung der edlen Cashmerewolle benötigt wird. Pro Jahr wirft eine Ziege ca. 100 bis 200 Gramm Cashmere ab – für einen Pulli beispielsweise werden ca. 300 Gramm der wertvollen Unterwolle verarbeitet.

 

Woher kommt das beste Cashmere?

 

Das beste Cashmere kommt aus der inneren Mongolei, einer autonomen Republik im Süden Chinas. Hier leben die Ziegen auf den kargen Hochplateaus der Wüste Gobi. Die eisigen Temperaturen in bis zu 3000 Metern Höhe führen dazu, dass die Ziegen ihr hochwertiges feines Unterhaar zum Schutz gegen die Kälte ausbilden. Bisher ist dies ist nur unter diesen harten Bedingungen möglich. Zuchtversuche in Europa und Australien schlugen fehl.

 

Was macht Cashmere-Kleidung so besonders?

 

Cashmere ist fein und leicht im Sommer, und zugleich kuschelig und wärmend im Winter. Die feinen Lufteinschlüsse zwischen den Fasern wirken wie eine Klimanlage, denn Luft ist ein idealer Isolator und Wärmespeicher. Kälte von Aussen kann nicht eindringen und Wärme wird nur in beschränktem Umfang abgegeben. In früheren Zeiten war Cashmere die „Mode der Könige“ und nur den Wohlhabenden vorbehalten. Auch, wenn heutzutage eine breitere Masse das herrliche Tragegefühl von Cashmere geniessen darf, gilt es immer noch als exklusiv und luxuriös.

 

Gibt es bei Cashmere Qualitätsunterschiede?

Cashmere wird klassifiziert nach Länge, Durchmesser und Farbe der Fasern. Grundsätzlich gilt: Längere Cashmere-Fasern sind teuer als kurze, feines Cashmere ist teuerer als gröberes, helles Cashmere ist wertvoller als dunkles.

Warum ist ein Cashmere-Pullover teurer als ein Wollpullover?

Cashmere-Ziegen sind selten und können nur in Freilandhaltung in kleinen Gruppen gezogen werden. Hunger- und Kälteperioden in der Mongolei dezimieren die Bestände zusätzlich. Der Rohstoff Cashmere ist also nur limitiert verfügbar. Im Vergleich zu Wolle ist die Gewinnung von Casmere ausserdem extrem aufwändig. Anders als Schafe werden Cashmere-Ziegen nicht geschoren, sondern die Wolle wird aus dem Fell gekämmt. Nur die feinsten Haare aus dem Unterfell der Tiere kommen zur Verarbeitung. Für die Herstellung eines Pullovers wird der jährliche Ertrag von etwa vier Ziegen benötigt. Für einen Pullover aus Merino-Wolle reicht hingegen die Schur eines einzigen Schafes. Das Zusammenspiel von geringer Verfügbarkeit, aufwändiger Gewinnung und einzigartiger Qualität machen das Naturprodukt Cashmere so wertvoll. Bei richtiger Pflege bleibt Ihnen ein Pullover aus hochwertigem Cashmere ein Leben lang erhalten und ist eine gute Investition in Ihre Garderobe.

Finger weg von vermeintlich preiswerten Casmere-Angeboten!

Dumpingpreise bei Cashmere haben Ihre Ursache in schlechter Qualität. Für die Produktion wird lediglich das billige kurze Cashmere gemischt mit Angora bzw. Mohair verwendet. Da der Qualitätsunterschied nicht mit dem blossen Auge, sondern erst unter dem Elektronenrastermikroskop erkennbar ist, kann der Verbraucher leicht getäuscht werden. Darüber hinaus wird bei Billigprodukten häufig zu locker gestrickt, um Materialkosten zu sparen. Dies fördert einerseits Pilling und andererseits gerät der Pullover durch Aushängen leicht aus der Form.

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